Rapunzel, du wirst uns fehlen

Am Samstag, 12.06.2021 fand ich am Nachmittag Rapunzel im Stall. Bei dem schönen Wetter sehr aussergewöhnlich, ganz alleine. Mir war sofort klar, dass etwas nicht stimmte. Ich behandelte sie homöopathisch und pflegte sie 6 Stunden lang intensiv. Leider half alles nichts und ich fand sie dann am Sonntag Morgen tot im Stall. Ich denke ihre Kraft war am Ende, nach einem Jahr unter 5000 Hühnern.

Rapunzel war eher unauffällig in der Gruppe. Sehr ruhig, angepasst. Eindrücklich war, als sie ein paar Wochen bei uns war, hat sie nicht mehr auf der Stange geschlafen. Sie hatte für sich eine Ecke im Stroh gefunden, wo sie jeden Abend in aller Ruhe hingehen konnte, ohne dass ein anderes Huhn sie wegpickte. Wenn ich sie dort liegen sah, strahlte sie eine gewisse Zufriedenheit und Erleichterung aus, dass sie nicht mehr in diesem allabendlichen Gerangel um einen Schlafplatz kämpfen musste. Sie genoss es, einfach in ihre Ecke zu gehen, sich einzukuscheln, um dann ihre Nachtruhe geniessen zu können.

Auch sie war, wie Jojo, nur 8 Monate auf Sorello. In diesen Monaten hat sie die Ruhe, den grosszügigen Platz, das feine Futter, den grossen Auslauf unter den vielen schattenspenden Sträuchern und Bäumen und vieles mehr sehr genossen. Rapunzel machte immer einen zufriedenen, glücklichen Eindruck. Immerhin konnte sie doch noch viel Gutes , Liebe und ein kleines Stück Freiheit erleben, bevor sie für immer gegangen ist.

Ich bin froh und dankbar, hat sie unsere Schar bereichert mit ihrer Anwesenheit. Ebenso dankbar bin ich, dass sie schnell hat gehen können.

Alles Liebe kleine Rapunzel, gute Reise.
Moni, die Hühner & Hähne

Danke Ronja dass du bei uns gewesen bist

In der Nacht vom 06.06.2021, ist unsere tapfere Ronja, nach 3 Monaten Legehennenkrankheit, eingeschlafen. Ich konnte sie bis zum letzten Tag sehr gut mit Homöopathie begleiten, so dass sie eine sehr gute Lebensqualität hatte.

Ronja genoss bis zum Schluss ihre Lieblingsplätze, besuchte diese immer wieder. Besonders den Hochsitz, den liebte sie über alles. Fast 3 Monate schlief sie nun alleine oben im kleinen Stall und hüpfte jeden Tag voller Freude hinaus und war mit der Hühnerschar unterwegs.

Ihr Pate Remo und sein Freund Patrick waren gestern noch bei ihr um sich zu verabschieden. Auch ich konnte mich lange auf diesen Moment vorbereiten. Wir hatten zum Schluss einige Rituale zusammen, die wir beide sehr genossen haben und uns sehr verbanden. Ich bin dankbar, konnte Ronja so schnell gehen und hatte sie genügend Zeit, um sich von allem und jedem, in Ruhe zu verabschieden. Auch Hedy, Sissi und Kiki haben sich noch von ihr verabschiedet.

Ronja

Es war heute morgen so rührend. Als ich die Stalltüre aufmachte, um nach Ronja zu sehen, waren die anderen Hühner schon im Auslauf unterwegs. Hedy, Sissi und Kiki sprangen in den Stall und umringten Ronja. Ronja war mit Kiki und Hedy zusammen zu uns auf Sorello gekommen. Sissi und Hedy haben die letzte Zeit viel bei ihr am Tag oben in ihrem kleinen Stall gelegen. Hedy stupste sie ein paarmal ganz vorsichtig mit dem Schnabel, als wenn sie sagen wollte“ Hey Ronja, steh auf“. Der Blick von Hedy war völlig fassungslos als sich Ronja nicht rührte. Ich sah, dass sie es nicht fassen konnte, nicht verstand, weshalb Ronja sich nicht bewegte. Es ist extrem berührend solche Momente mit erleben zu dürfen.

Ronja kam mit Kiki und Hedy am 13. April 2020 auf Sorello an. Sie kam aus einer privaten Haltung und suchte einen Lebensplatz. Sie strahlte eine souveräne Autorität aus und war damit eine der ranghöchsten Hennen, was auch die Hähne ab und zu zu spüren bekamen.

Sie liebte kleine Ausflüge. Am Anfang flutschte sie jeden Tag irgendwo beim Zaun durch und erkundigte das restliche Grundstück. Das war bald mal vorbei und sie genoss mit den andren den grossen Auslauf und die Infrastruktur, die wir immer wieder an die Bedürfnisse der Hühnerschar anpassen. Angst vor mir kannte sie nicht. Nie lief sie vor mir weg. Ronja blieb immer ruhig stehen oder liegen und beobachtete mich, was ich denn da so trieb.

Sie wird mir immer in Erinnerung bleiben. Die letzten Monate haben uns sehr zusammengeschweisst. Ich bin dankbar, durfte ich sie auf Sorello als Gast haben und viel von ihr lernen. Viel Zeit mit einer so friedvollen, grossen Persönlichkeit verbringen.
Alles Liebe meine Ronja und herzlichen Dank für die gemeinsame, grossartige Zeit.
Deine Monika

Adieu kleine Jojo

Unsere kleine Jojo durfte nur 8 Monate das Leben auf Sorello geniessen. Sie war seit Anfang Mai immer wieder kränklich und starb am 16. Mai 2021.

Jojo war eine richtie Frohnatur. Sie war flink wie ein Wiesel und immer extrem schnell unterwegs. So konnte sie sich gut von den älteren Hennen in Sicherheit bringen.

Nachdem sie sich eingelebt hatte, war ihr Schlafplatz nicht mehr auf der Stange, sie schlief immer in der selben Ecke im Stall, in einem Strohnest. Sie kuschelte sich dort ein und hatte so Ruhe vor dem Zicken bei der Schlafplatzverteilung. Jojo lag schön still und ruhig unten, neben der Schlafstange und war froh, nicht mehr an dem Gerangel teilnehmen zu müssen. Das hatte sie wohl lang genug mitgemacht.

Jojo war nicht ganz so zutraulich wie die anderen, kam aber immer mit Freude zu den Fütterungen und hat gerne den vielen Platz, insbesondere im strengen Winter, im Stall genossen und den Frühling auf der Wiese. Gras fressen, die frische Luft, auf Bäume sitzen … all das liebte sie.

Sie ist dann schlussendlich schnell von uns gegangen und wir haben einen schönen Platz für sie gefunden.

Alles Liebe Jojo und herzlichen Dank, warst du Gast bei uns.

Monika

Jojo
Unsere kleine Jojo

Gedanken zu Ostern

Ostern steht vor der Türe… der richtige Zeitpunkt  dem Huhn sehr dankbar zu sein und es zu würdigen

Was ist einem Huhn wichtig, wenn es ein Ei legt?
Wie ist der Ablauf dabei?
Was beobachte ich täglich, wenn die Hühner ihr Ei legen?

Je näher der Zeitpunkt rückt, um das Ei zu legen, desto mehr befindet sich das Huhn in der Nähe des Stalles. Viele gackern, kommunizieren untereinander, kündigen an, dass sie nun ein Ei legen.
Sie ziehen sich zurück. An einen Ort, an dem es still ist, sie Ruhe haben und nicht gestört werden. Sie suchen dazu eine Kiste auf, ein geschlossenes Nistkästchen – wo kein zweites Huhn hineinkommen kann. Ein Strohnest, welches erhöht gelegen ist … jede Henne hat ihre eigenen Vorlieben, wo sie am liebsten ihr Ei legt.
Dort liegt sie ganz ruhig, bis der Zeitpunkt gekommen ist, das Ei nach draussen zu pressen. Dafür steht die Henne auf, etwas breitbeinig. Ist das Ei nun draussen, wartet die Henne kurz – atmet mal durch und rollt das Ei mit dem Schnabel unter ihren Körper, um sich dann darauf zu setzen. Nun ist sehr individuell wie lange sie auf dem Ei sitzt.
Ebenso unterschiedlich ist das Verhalten danach. Die einen gackern lautstark und verkünden, dass sie ein Ei gelegt haben. Andere gehen leise davon.
Was aber alle machen, Strohhalme mit dem Schnabel hinter sich zu werfen. Vielleicht eine Art Nestbauverhalten.

Ein Ei legen ist jedes Mal eine Geburt.

In der Natur legt ein Huhn nur Eier, um Nachkommen zu sichern. Nach Rasse sind es ca. 20 – 30 Eier PRO JAHR!
Die heutigen Hühner sind gezüchtet um 300 und mehr Eier PRO JAHR zu legen.

Was für eine grosse Zahl und was bedeutet es für die Hühner?
Wie viele Hühner können ein natürliches Verhalten, wie oben beschrieben noch leben?
Was empfindet ein Huhn, wenn es unter hunderten oder tausenden anderen Hennen ihr Ei legen muss? Öffentlich, auf ein Legeband, keine Rückzugmöglichkeit, der hohe Lärmpegel. Wie geht es den rangniedrigen Hennen? Immer in Angst eine ranghöhere Henne bedrängt sie vielleicht jeden Moment…
Welch ein Stress!

All das und noch mehr Fragen gehen mir durch den Kopf, wenn ich meine Hennen jeden Tag beobachte, wie sie ihr Ei legen.

Ostern ist eine gute Zeit darüber nachzudenken.

Schöne Ostern wünschen Monika und die Hühner und Hähne von Sorello

Die schöne Lola ist gegangen

Am 4. März 2021 mussten wir uns von Lola verabschieden.
Sie hatte vor dem Mittag beschlossen, dass es nun Zeit ist in die andere Welt zu gehen.
Lola hat sich schwer damit getan und hat lange Zeit gekämpft. Es machte den Eindruck, als wenn sie nicht gehen wollte.
Es war auch viel zu früh. Sie ist nur knapp 2 Jahre alt geworden – Ein viel zu kurzes Leben.

Lola kam am 6. April 2019 zu uns . Sie war damals ca. 18 Wochen jung.
Schon als ganz junge Henne sah sie speziell schön aus, sie war ja auch eine Andalusierin. Das zeigte sie in ihrer stolzen Haltung und ihrem prächtigen Federkleid.
Mit den Jahren war sie mit die schönste Henne auf Sorello. Ihr Federkleid am Kopf und Hals leuchtete in der Sonne, wie goldene Fäden.
Ich habe davon ein ganz schönes Bild gemacht. Dies wird nun im Haus einen speziell schönen Platz finden.


Lola war immer gerne bei mir und mit mir unterwegs. Sie badete mit mir in der Sonne, hüpfte auf den Liegestuhl oder lag darunter.
Sie fand es immer spannend zu schauen was ich anhatte. So checkte sie mit ihrem Schnabel sehr oft was für Material ich da an hatte oder was da so glänzte.
Wenn ich im Auslauf sass und mir eine Henne liebevoll  in den Rücken pickte, war es Lola. Ich musste mich gar nicht erst umdrehen.  Lola war lange Zeit die Lieblingshenne von Hahn Tofino. Die Beiden waren oft am Tag  gemeinsam unterwegs und Tofino hat immer feine Leckerli für sie gefunden. Lola war sehr ausgeglichen. Sie war nie bösartig oder streitsüchtig zu anderen Hennen, akzeptierte problemlos neue Hennen, musste nie an der Hackordnung teilnehmen.
Sie hatte ihren Platz und Rang. Es sassen sogar bis zum Schluss oft die rangniedrigen Hennen neben ihr auf der Stange, da sie kein Interesse hatte ihren Rang deutlich zu machen.
Es machte oft den Eindruck auf mich, dass sie beschützend wirkte und die rangniedrigen deshalb eng neben ihr sassen.
Lola war schon ein ganz spezielles Huhn. Sie strahlte eine tiefe Ruhe und Weisheit aus. Bis zum Schluss wusste sie genau was ihr gut tat und was sie wollte.

Es macht mich zu tiefst traurig, dass sie nur knapp 2 Jahre leben durfte. Viel zu früh hat sie unsere kleine Schar verlassen hat.
Es bleiben so viele, schöne Erinnerungen die sie mir geschenkt hat. Durch ihre Einzigartigkeit.
Unvergessen in meinem Herzen.

Allerliebste letzte Grüsse an dich Lola.
Gute Reise und ein Riesen „Dankeschön“.

Deine Moni