Der Herbst ist da

Es hat abgekühlt, darüber freuen sich die Hühner. Auch dass es viel geregnet hat. Denn dann ist der Boden weich und die Chance Leckereien zu finden ist viel grösser, als wenn der Boden trocken ist. Das Scharren ist leichter und ergiebiger.

Im Moment wohnen noch 11 Hennen und die beiden Hähne auf Sorello. Zwei Damen, aus einer Privathaltung, warten darauf aufgenommen zu werden, da sie es im Winter auf Sorello durch das grosse Raumangebot im Stall besser haben, als in ihrem jetzigen kleinen Schlafstall. Diese Gruppe wird dann so bleiben über den Winter. Es werden erst wieder im Frühling neue Hennen gerettet und dazu kommen. Zudem plane ich, Schwedische Blumenhühner aufzunehmen. Diese sehen traumhaft aus und da sie nicht so viele Eier pro Jahr legen, bleiben sie länger bei mir, der Hühnerschar und den Hähnen.

Schwedisches Blumenhuhn
(Quelle: Von Nobody75 – Eigenes WerkEigene Aufnahme, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=52937358)

Viele Hennen sind nun schon sehr alt mit 3-4 Jahren. Sie bekommen täglich Homöopathie und sind noch alle mit guter Lebensqualität unterwegs. Obwohl die eine oder andere schon einen dicken Bauch hat und die Vielschichteier in sich trägt, an der die meisten Legehennen erkranken, da sie zu viele Eier in ihrem Leben legen müssen.

Sissi ist im Moment die älteste. Sie ist bald 4 ½ Jahre und immer noch mit der Hühnerschar unterwegs. Das ist so schön. Sie kam 2020 aus der Privathaltung zu mir, mit acht anderen Hennen. Sie ist noch die Letzte von diesen acht und es freut mich jeden Tag von Herzen wenn ich sie sehe. Wir kennen uns nun schon so lange und ich kenne genau ihre Vorlieben und ihren Charakter.

Es ist einfach wunderbar, wenn Hennen so lange bei mir sind. Wir kennen uns gegenseitig so gut, können uns non – verbal lesen und geniessen so die Stunden die wir gemeinsam verbringen. Die vielen Charktere machen diese Hühnerschar einmalig und jedes Huhn bereichert dies.

Nun hoffen wir, dass der Winter nicht so viel Schnee zu uns bringt, dass sie auch dann in den Auslauf können oder wenigstens einen Teil benutzen können.

Der Herbst dauert ja noch etwas und dann kommen die vielen Blätterhaufen in denen sie mit Vorliebe wühlen und scharren. Wenn ich dann wieder die Blätter zusammen reche, weiss ich jetzt schon das eine freudige Hühnerschar mich begleitet. Und darauf freue ich mich riesig.

Auf einen schönen Herbst.

Monika und die Hennen und Hähne von Sorello

Aurora

Unsere lebensfrohe Aurora war am Abend des 15.09.2022 nicht im Stall. Wir gingen auf die Suche und fanden sie tot im Hochsitz liegen.
Aurora kam am 21.09.2020 zu uns auf Sorello. Sie hatte eine besondere Gabe – Ihre Lebensfreude steckte einem sofort an, wenn ich den Stall machte, im Auslauf war oder einfach nur bei ihnen sass und sie beobachtete. Danach hatte ich immer gute Laune. Sie versprühte so viel Energie und positives, obwohl ihr Leben bis dahin alles andere als einfach war.
Dies ist für mich immer so beeindruckend.

Aurora wurde dreieinhalb Jahre und das ist für ein  Hochleistungshuhn wie Aurora schon sehr alt. Fast zwei Jahre durfte sie ein unbeschwertes Leben hier führen, sich erholen und ganz sie selber sein. Fast zwei Jahre durfte ich sie geniessen. Mein Energiebündelchen, die immer wusste wie sie mich aufheitern konnte.

Ich bin dankbar ist sie schnell über die Regenbogenbrücke gegangen und konnte den schönen Ausblick vom Hochsitz als letzten schönen Blick auf dieser Erde mitnehmen.

Mit zunehmendem Alter wurde sie ruhiger, ihre Energie sprühte nicht mehr so nach aussen, sie benötigte sie für sich. Ihre Leidenschaft mir oft etwas zu erzählen, liess aber nicht nach. Das waren immer herrliche Momente mit ihr.

Mit tiefer Zuneigung und Bewunderung für deine strahlende Seele liebe Aurora
Alles Liebe und herzlichen Dank
Monika

Thelma

Thelma kam am 17. Mai 2022 aus einer privaten Haltung zu uns . Leider war sie zu diesem Zeitpunkt schon sehr krank. Sie suchte einen neuen Platz, da sie keine Eier mehr legt, und
somit nicht mehr von Nutzen war. Ich bemerkte ihre Krankheit 2 Tage später und konnte ihr noch einige Zeit mit Homöopathie helfen. Sie schlief in der Nacht zum 24.6.2022 friedlich
ein. Da sie dann schon sehr schwach war, bettete ich sie in einem Strohkörbchen.

Thelma konnte es am Anfang kaum fassen. Einen so grossen Auslauf zu haben, mit feinen Leckeren, einem Hochsitz, Wiese zum knabbern… Sie besuchte noch so lange sie konnte diese Plätze und genoss es dort, verabschiedete sich allmählich. Ich habe ihr es so von Herzen gewünscht, all dies noch lange geniessen zu können. Leider sollte es nicht sein.

Ihre Freundin Louise, die zusammen mit ihr bei uns einzog, kümmerte sich rührend um sie. Sie ging immer wieder zu ihr hin, verbrachte Zeit mit ihrer Freundin Thelma. Sie hatten 3 Jahre auf kleinem Raum zusammen verbracht, vorher. Wenn man dies sieht und wahrnimmt, berührt es enorm das Herz.

Dies zu erleben, hat mich stark erschüttert. Ein Tier sollte KEIN Nutztier sein. Es sind Lebewesen wie du und ich. Auch sie möchten frei sein, geliebt werden und ihr Leben ihren Bedürfnissen entsprechend leben dürfen. Bis sie von dieser Welt gehen. Alte Bäume verpflanzt man nicht, so heisst es.

In liebevollen Gedenken an dich, liebe Thelma,
Monika

Thelma

Unsere super tolle Hedwig

Hedwig war einfach einmalig. Es hat mir fast das Herz gebrochen, als sie am 24.5.2022 von uns gegangen ist. Sie lebte 3 Jahre bei uns auf Sorello und wir haben so viele wunderschöne Momente mit ihr erleben dürfen. Es fing schon damit an das sie, kaum auf Sorello angekommen, brüten wollte. Was habe ich nicht alles versucht sie davon abzubringen.

Hedwig liess aber nicht locker. Ihr könnt die Geschichte dazu hier lesen. So war es immer. Wenn Hedwig etwas wollte, setzte sie es durch. Sie hatte eine besondere Gabe
mir verständlich zu machen, was ihr wichtig war. Hedwig liebte die Leckerli Zeiten. Immer, aber auch immer, egal wo sie im Auslauf steckte kam sie angerannt, oft angeflogen
und nicht selten landete sie auf der anderen Seite des Zaunes. Das verdutzte Gesicht, welches sie dann machte war einfach herrlich. In dem Winter, welcher so warm war und kein Schnee fiel, sind wir ab und zu über das Grundstück gegangen und haben Schneckenhäuschen gesucht. Sie liebte Schneckenhäuschen. Ich brauchte nach der Leckerli Runde nur ihren Namen zu rufen und schon war sie da.

Hedwig war einfach ein Geschenk. Ich bin so dankbar war sie bei mir und ich konnte all die wundervollen Momente mit ihr leben und erleben.
Mit traurigem Herzen, aber voller Dankbarkeit

Deine Monika

Hedwig mit Tofino und Abraxas

Willkommen Thelma und Louise

Am 17. Mai 2022 sind zwei neue Sussex auf Sorello eingezogen. Sie sind 3 Jahre und kommen aus der privaten Haltung. Da sie nun keine Eiere mehr legen, suchten sie einen Platz, wo sie leben können bis sie von dieser Welt gehen.

Die Zusammenführung hat bis jetzt super geklappt.
Thelma ist eher schüchtern, war noch nicht draussen, sondern ist im Moment lieber im Stall und erkundigt dort ganz vorsichtig einen Raum nach dem anderen.
Louise ist ganz anders. Sie ist sehr neugierig und unternehmungslustig. Sie war am nächsten Mittag schon im Auslauf unterwegs, am Nachmittag gegen Abend lange Zeit im Waldstück auf unserem Grundstück. War oft bei mir und erzählte mit mir. Während Thelma im Stall immer wieder nach ihr rief und es gar nicht lustig fand, dass sich Louise schon draussen rumtrieb.

Als alle schon im Bett waren machte sich Louise auf, um den Auslauf zu erkunden. So warteten wir geduldig bis sie dann doch in den Stall kam , als es sehr dämmrig wurde.
Am zweiten Tag blieb Louise dann bei Thelma im Stall. Gemütlich scharrten sie im Stroh und ruhten gemächlich auf einem Strohballen aus.

Wir hoffen, dass die beiden sich schnell einleben und sich an uns und an die Hähne und anderen Hennen gewöhnen. Sie haben nämlich erst kürzlich ihre beiden Kolleginnen verloren und das macht es sicher auch noch schwieriger.

Madita und Hedy

Madita und Hedy, zwei so unterschiedliche Hennen haben sich in ihrer Krankheit gefunden , die Zweisamkeit genossen und waren gegen Ende so nah miteinander verbunden.

Madita war das rangniedrigste Huhn und Hedy sehr ranghoch. Beide litten an der Legehennenkrankheit. Und so unterschiedlich sie eben waren, es spielte dann keine Rolle mehr. Tag und Nacht waren sie zusammen. Frassen gemeinsam, bewegten sich zusammen im Stall von einer Ecke zur anderen, schliefen aneinandergekuschelt. Zogen sich sogar zur selben Zeit zum sterben zurück. All das was sie zu ihrer aktiven Zeit trennte, als Huhn, spielte nun keine Rolle mehr.

Madita starb in der Nacht auf den 8. Mai und Hedy folgte ihr dann am Nachmittag vom 8. Mai. Besonders für Madita fand ich es schön, dass sie am Ende ihres Lebens nicht alleine war. Sie wurde als rangniedrigstes Huhn so oft überall weggejagt. Das machte ihr zu schaffen, war sie doch so sensibel und wollte gerne zur Schar mit dazu gehören. So durfte sie zum Schluss doch noch Gemeinschaft erfahren. Ich wünsche beiden von Herzen, dass sie sich auf der anderen Seite gefunden haben. Gleichberechtigt und sich viel zu erzählen haben.

Eine Erfahrung für mich, die somit auch ihre schöne Seite hatte, obwohl Abschied nehmen, sie beim sterben zu begleiten, jedes mal enorm Energie kostet.

Herz-lichte Grüsse ihr Beiden, eure Monika