Jetzt neu der Sorello Shop für Deine Futterspenden und Patenschaften zur Unterstützung unseres Lebenshofes für Hühner auf der Sonnenseite des Lebens! Verwerfen
Der „Grün Weekend-Tip“ der SI Beilage empfiehlt „Ein Wochenende im Glarnerland“ und beschreibt den Besuch bei uns im Hühnerstall – so cool!
Wir freuen uns auf viele Interessierte die mehr über Hühner erfahren möchten. Meldet euch gerne bei mir damit wir einen Termin vereinbaren können. Auch Schulklassen, Kindergärten, Vereine sind herzlich eingeladen.
Gerne komme ich auch zu euch um über die spannenden Geschöpfe zu erzählen.
Nun sind die neuen sechs Hühner schon gute sechs Wochen auf Sorello. Es ist enorm, was in dieser Zeit sich alles verändert hat.
Schon
nach einer Woche waren alle entspannter unterwegs. Einige Hühner flüchteten
nicht mehr, wenn ich in den Stall kam. Untereinander machten ihnen die
Geräusche vom Flügelschlagen oder auf Metall picken keine Angst mehr. Jede fand
irgendwo ein Ruhe – und Schlafplatz. Der Stall war nicht wieder zu erkennen. Es
wurde intensivst im Stroh gescharrt und gepickt, so dass die Körner und sogar
das Wasser regelmässig mit Stroh beladen waren.
Danach
wurde der Aussenauslauf entdeckt und rege benutzt. Zuerst nur vor der
Eingangstüre zum Stall. Es wurde im Sand gebadet. Es machte den Eindruck als
wenn sie dies kontinuierlich taten. Andauernd waren sie dabei. Das
Nachholbedürfnis war gross.
Ebenso an
Nahrung verschlangen sie Unmengen an Mehlwürmern, Fleisch, Spagetti, Reis,
Rübli, Sonnenblumenkerne, Äpfel, Wassermelone,
Haferflocken sowie Kräuter und ihre Körnermischung natürlich.
Es war
eine intensive Zeit. Ich habe Stunden im Stall verbracht. Die „Alten“
und die „Neuen“ trennten wir am Anfang für einige Tage. Bauten den
Stall dazu um. Damit Luna, Lilly und Lola auch nach draussen konnten. Musste
dies mit ihnen trainieren. Und um 10:00 legte Lola zu der Zeit immer ihr Ei.
Somit musste ich sicher stellen, dass sie Zugang zur Eilegeplatz zu dieser Zeit
hatte. Sie benutzte dazu nämlich immer den Haupteingang, den sie gewohnt war.
So musste ich sie dann dahin lotzen. Warten und wieder trainieren das sie den
neuen Ausgang benutzt.
Jeden
Abend, zur Schlafenszeit, bin ich frühzeitig in den Stall. Da es immer
Rangeleien gibt bei Hühnern. Egal wie lange sie schon zusammen sind. Ich musste
sicher stellen, das auch die rangniedrigeren ihren Platz bekommen. Es konnte
nämlich vorkommen, dass sie wieder etwas in Panik verfielen und in den Auslauf
liefen. In der Zwischenzeit eventuell die Türe zuging und sie im Auslauf vor
verschlossener Türe standen. Das hab ich also mehrmals erlebt. Und auch heute
noch muss ich dies kontrollieren. Es kommt immer wieder vor, dass ein Huhn vor
verschlossener Türe steht, da es die „Zeit“ vergessen hat 😉
Sie sind nun seit gut fünfeinhalb Wochen zusammen.
Es gab
keine nennenswerte Verletzungen. Keine pickt die andere, obwohl so viel Haut zu sehen ist. Oft
schlafen nun alle in einem Raum.
Der ganze Auslauf wird rege benutzt. Sie sind
langsam etwas gesättigt. Nicht mehr so ausgehungert wie am Anfang. Ich konnte
mit der Menge an Mehlwürmern und Fleisch etwas zurückgehen. Dorie, die
Rangniedrigste, ein weisses Huhn, hat enorm viele Federn neu gebildet in dieser
kurzen Zeit. Dies ist ein enormer Energieaufwand, neben täglich einem Ei legen
und bedarf sehr viel guten Nährstoffen.
Ich hatte
die Zeit in Ruhe die Hühner zu beobachten und zu studieren. Jede sollte wieder
einen Namen bekommen. Bei den Beiden weissen Hühnern war es nicht schwierig sie
auseinander zu halten. Anders sah es bei den braunen aus. Am Anfang sahen alle
gleich aus. Alle hatten um die Kloake herum keine Federn mehr. Wie konnte ich
sie auseinander halten? Welche Merkmale gab es?
Zwei
hatten zusätzlich vorne am Hals keine Federn fiel mir auf. Sie ähnelten sich
sehr. Die eine hatte aber zum Schwanz hin hellere Federn und mehr. Der anderen
fehlte ein Glied am rechten Vorfuss. Der Nagel war weg. Wie amputiert. Die
anderen Beiden ähnelten sich auch. Anhand der Kopffedern konnte ich sie
auseinander halten. Denn im Brustbereich waren sie beide sehr spärlich
unterwegs.
So konnte
ich allen einen Namen geben, zu ihrem Charakter passend und auseinander halten.
In den
letzten drei Wochen sind sie immer zutraulicher geworden. Bis auf Dorie, die
Rangniedrigste, rennt kein Huhn mehr vor
mir weg. Selbst Dorie hat gelernt, auch mal sitzen zu bleiben, wenn ich in den
Stall komme. Ich kann alle kurz streicheln. Hedwig, Hermine und Nanny fressen
sogar aus der Hand. Aus der Mehlwurmdose fressen sie auch. Dies trainiere ich
immer. Darüber gebe ich dann individuell Homöopathie, wenn sie nicht allzu
krank sind. Dorie bleibt hier die Ausnahme.
Es macht so viel Freude mit zu erleben wie sich erholen. Vertrauen zum Menschen aufbauen, wie die Angst schwindet, sie mit mir „erzählen“. Ja, mittlerweile sogar die Nähe suchen, wenn ich im Auslauf bin und Zeit mit ihnen verbringe. Interessiert mein Natel picken, meine Kleidung, Schuhe, meine Haut. Auch da bringe ich ihnen bei, das es weh tut, wenn sie zu fest picken.
Am Freitag, 17.05.2019 um 23:00 sind 6 neue Hühner eingetroffen! Sie wurden von Stinah (Stiftung Tiere in Not Animal Help) von einem Bauernhof im Thurgau gerettet. Stinah führt im Moment bis Oktober schweizweit monatliche Rettungsaktionen „Rettet das Huhn“ durch.
Wir waren doch sehr erschrocken als wir die Transportkisten öffneten. Die Kämme und Gesichter extrem blass, keine Regung in den Kisten. Erst dachten wir die leben gar nicht mehr. Sie haben wenig Federn, überall sieht man die Haut und alte Wunden vom Picken. Sie sind extrem schreckhaft und geraten sofort in Panik – in keinster Weise zutraulich. Alle sind in einem wirklich schlechten Zustand, ausgepowert. Sie haben sicher ein hartes Jahr hinter sich mit viel Stress, keiner Zuwendung und ohne Auslauf ins Freie.
Wir hoffen und geben das Beste dass sich alle schnell erholen können auf Sorello.
Das essen wir immer gerne: Reis, Spaghetti, Schnittlauch, Petersilie, Ringelblumenöl und eine Prise Salz. Haferflocken mit Activia Joghurt und geriebenem Apfel. Heidelbeeren. Mehlwürmer.
Wir hatten uns entschlossen zwei junge Hühner zu uns zu nehmen. Es war klar sichtbar, dass Birdy uns bald verlassen würde und somit Luna alleine wär. Rettungsaktionen von Hühnern waren erst Ende April und Mai in Sicht. Somit zogen Lilly und Lola am 6.April 2019 bei uns ein. Das Zusammenführen der Vier klappte gut. Luna übernahm die Rolle eines Hahn. Plusterte sich mächtig auf und krähte die ganze Zeit. Es war interessant ihr zuzuschauen. Das legte sich innerhalb von zwei Tagen. Sie konnte sich dann richtig mit den Beiden anfreunden, als Birdy uns verlassen hatte. Sie zeigte Lilly und Lola den Ablauf auf Sorello, wo sie Eier legt, das Grundstück und alles was man als Hihn hier wissen muss. Sie erkundeten mehr und mehr das Gelände in Gesellschaft von Luna und wurden so immer sicherer und zutraulicher. Richtig eindrucksvoll sie zu beobachten und es macht viel Freude ihnen zuzuschauen.
Wir erwarten sechs neue Hühner auf Sorello gegen Ende Mai. Diese dann wieder aus einer Rettungsaktion. Wir freuen uns, dass dann wieder mehr auf Sorello los ist und sind gespannt.
Birdy ist am 11. April 2019 gegen Abend von uns gegangen. Sie hatte seit Januar mit einer Erkrankung zu kämpfen . Es gab viele Tiefs, aber auch immer wieder ein Hoch. Sie war extrem tapfer und hatte einen riesengrossen Willen so lange wie möglich bei uns zu bleiben. Den Winter hat sie mit Luna in trauter Zweisamkeit genossen, sowie fast ein Jahr auf Sorello. Neue Kräfte entwickelte sie noch mal, als Lilly und Lola kamen. Bald darauf schwanden ihre Kräfte zunehmends. Sie frass und trank nicht mehr. Sie war sehr pflegeleicht, angepasst. Fast ein bisschen unauffällig. Ein Schatz von einem Seelchen. Immer gut gelaunt, dabei und doch etwas für sich. Halt „die gesellige Einzelgängerin“. Schön warst du bei uns.
Herzlichen Dank für alles und alles Liebe Luna, Monika und Peter.