Update nach 6 Wochen…

Nun sind die neuen sechs Hühner schon gute sechs Wochen auf Sorello. Es ist enorm, was in dieser Zeit sich alles verändert hat.

Schon nach einer Woche waren alle entspannter unterwegs. Einige Hühner flüchteten nicht mehr, wenn ich in den Stall kam. Untereinander machten ihnen die Geräusche vom Flügelschlagen oder auf Metall picken keine Angst mehr. Jede fand irgendwo ein Ruhe – und Schlafplatz. Der Stall war nicht wieder zu erkennen. Es wurde intensivst im Stroh gescharrt und gepickt, so dass die Körner und sogar das Wasser regelmässig mit Stroh beladen waren.

Danach wurde der Aussenauslauf entdeckt und rege benutzt. Zuerst nur vor der Eingangstüre zum Stall. Es wurde im Sand gebadet. Es machte den Eindruck als wenn sie dies kontinuierlich taten. Andauernd waren sie dabei. Das Nachholbedürfnis war gross.

Ebenso an Nahrung verschlangen sie Unmengen an Mehlwürmern, Fleisch, Spagetti, Reis, Rübli, Sonnenblumenkerne, Äpfel, Wassermelone,  Haferflocken sowie Kräuter und ihre Körnermischung natürlich.

Es war eine intensive Zeit. Ich habe Stunden im Stall verbracht. Die „Alten“ und die „Neuen“ trennten wir am Anfang für einige Tage. Bauten den Stall dazu um. Damit Luna, Lilly und Lola auch nach draussen konnten. Musste dies mit ihnen trainieren. Und um 10:00 legte Lola zu der Zeit immer ihr Ei. Somit musste ich sicher stellen, dass sie Zugang zur Eilegeplatz zu dieser Zeit hatte. Sie benutzte dazu nämlich immer den Haupteingang, den sie gewohnt war. So musste ich sie dann dahin lotzen. Warten und wieder trainieren das sie den neuen Ausgang benutzt.

Jeden Abend, zur Schlafenszeit, bin ich frühzeitig in den Stall. Da es immer Rangeleien gibt bei Hühnern. Egal wie lange sie schon zusammen sind. Ich musste sicher stellen, das auch die rangniedrigeren ihren Platz bekommen. Es konnte nämlich vorkommen, dass sie wieder etwas in Panik verfielen und in den Auslauf liefen. In der Zwischenzeit eventuell die Türe zuging und sie im Auslauf vor verschlossener Türe standen. Das hab ich also mehrmals erlebt. Und auch heute noch muss ich dies kontrollieren. Es kommt immer wieder vor, dass ein Huhn vor verschlossener Türe steht, da es die „Zeit“ vergessen hat 😉

 Sie sind nun seit gut fünfeinhalb Wochen zusammen.

Es gab keine nennenswerte Verletzungen. Keine pickt die andere,  obwohl so viel Haut zu sehen ist. Oft schlafen nun alle in einem Raum.

 Der ganze Auslauf wird rege benutzt. Sie sind langsam etwas gesättigt. Nicht mehr so ausgehungert wie am Anfang. Ich konnte mit der Menge an Mehlwürmern und Fleisch etwas zurückgehen. Dorie, die Rangniedrigste, ein weisses Huhn, hat enorm viele Federn neu gebildet in dieser kurzen Zeit. Dies ist ein enormer Energieaufwand, neben täglich einem Ei legen und bedarf sehr viel guten Nährstoffen.

Ich hatte die Zeit in Ruhe die Hühner zu beobachten und zu studieren. Jede sollte wieder einen Namen bekommen. Bei den Beiden weissen Hühnern war es nicht schwierig sie auseinander zu halten. Anders sah es bei den braunen aus. Am Anfang sahen alle gleich aus. Alle hatten um die Kloake herum keine Federn mehr. Wie konnte ich sie auseinander halten? Welche Merkmale gab es?

Zwei hatten zusätzlich vorne am Hals keine Federn fiel mir auf. Sie ähnelten sich sehr. Die eine hatte aber zum Schwanz hin hellere Federn und mehr. Der anderen fehlte ein Glied am rechten Vorfuss. Der Nagel war weg. Wie amputiert. Die anderen Beiden ähnelten sich auch. Anhand der Kopffedern konnte ich sie auseinander halten. Denn im Brustbereich waren sie beide sehr spärlich unterwegs.

So konnte ich allen einen Namen geben, zu ihrem Charakter passend und auseinander halten.

In den letzten drei Wochen sind sie immer zutraulicher geworden. Bis auf Dorie, die Rangniedrigste,  rennt kein Huhn mehr vor mir weg. Selbst Dorie hat gelernt, auch mal sitzen zu bleiben, wenn ich in den Stall komme. Ich kann alle kurz streicheln. Hedwig, Hermine und Nanny fressen sogar aus der Hand. Aus der Mehlwurmdose fressen sie auch. Dies trainiere ich immer. Darüber gebe ich dann individuell Homöopathie, wenn sie nicht allzu krank sind. Dorie bleibt hier die Ausnahme.

Es macht so viel Freude mit zu erleben wie sich erholen. Vertrauen zum Menschen aufbauen, wie die Angst schwindet, sie mit mir „erzählen“. Ja, mittlerweile sogar die Nähe suchen, wenn ich im Auslauf bin und Zeit mit ihnen verbringe. Interessiert mein  Natel picken, meine Kleidung, Schuhe, meine Haut. Auch da bringe ich ihnen bei, das es weh tut, wenn sie zu fest picken.

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